Wie schnell eine Firma lahmgelegt ist, musste die in Kriens LU ansässige Herzog-Elmiger AG letzte Woche am eigenen Leib erfahren. Ein Stromausfall brachte die Lager- und Logistikarbeiten kurzzeitig zum Erliegen. Das Problem sei zum Glück schnell behoben gewesen, erzählte Geschäftsleiter Marcel Zosso erleichtert. So stand der Feierabendinfo nichts im Weg.
Schwachstelle Mensch
Dass es einen Betrieb noch viel schlimmer treffen kann, legte Franco Cerminara von der Info Guard AG letzten Donnerstagabend eindrücklich dar. Er zeigte den 115 Gästen in seinem einstündigen Referat auf, wie Cyber-Kriminelle vorgehen, welche Arten von Attacken drohen und wie man sich wirksam dagegen schützen kann. «Bei den meisten erfolgreichen Cyber-Angriffen war nicht die Infrastruktur wie zum Beispiel die Firewall zu schwach, sondern der Mensch selbst war die Schwachstelle», sagte Cerminara. Ein Klick auf einen Link genüge, um die Tür für ungebetene Gäste zu öffnen. Die Hacker sind auf sensible Daten wie Kreditkarteninformationen aus, mit welchen sie Geld ergaunern können. In anderen Fällen schleusen sie Schadprogramme in IT-Systeme ein. Diese verschlüsseln sämtliche Dateien und geben diese erst gegen eine Lösegeldzahlung wieder frei. Mit der heutigen Vernetzung von Computer und Maschine kann unter Umständen auch der Maschinenpark davon betroffen sein.
Gefälschte Webseiten
Wie schwierig es geworden ist, Gut und Böse sicher voneinander zu trennen, zeigte Cerminara eindrücklich anhand einer von ihm gefälschten Herzog-Elmiger-Webseite. Nur an wenigen Details war die Fälschung zu entlarven. Wer sich vor Cyber-Kriminellen schützen wolle, könne mit einigen Verhaltensregeln schon viel erreichen, erklärte der Sicherheitsexperte, und er riet den Anwesenden: «Halten Sie Ihre Software immer aktuell und machen Sie regelmässig die Updates, wählen Sie ein mindestens neunstelliges Passwort mit Sonderzeichen, legen Sie sich eine Firewall zu und nehmen Sie die Sicherheitswarnungen Ihres Computers immer ernst.»
www.herzog-elmiger.chwww.infoguard.ch